Schwul-lesbisches Massenküssen empfängt den Papst

In Barcelona hat Papst Benedikt XVI. die Sagrada Familia, den seit 128 Jahren nicht vollendeten Kirchenbau das Architekten Antoni Gaudí geweiht und zur Basilika erhoben. Die Begrüßung bei der weltberühmten Kirche ging aber anders von statten als geplant: Rund 200 Lesben und Schwule knutschten vor dem Gotteshaus, um damit gegen die Haltung der katholischen Kirche zur Homosexualität zu protestieren.

Sie knutschten vor der Messe des Heiligen Vaters fast fünf Minuten lang, als der 83-Jährige mit seinem gläsernen Papstmobil an ihnen vorbeifuhr. Mit der Aktion solle die Kirche zu einer Änderung ihrer Einstellung aufgefordert werden, die „unsere Rechte und unsere andere Art zu lieben ablehnt“, so Sergi Diaz, der bei dem Massenküssen teilnahm.

Doch davon ließ sich der Papst nicht beeindrucken. In seiner Predigt setzte er sich energisch für den Schutz der Ehe ein. Benedikt sprach auch von einer „natürlichen Ordnung“ in der Familie, der Staat müsse alle, die eine (heterosexuelle) Familie gründen, „wirklich unterstützen“, forderte das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche. Auf dem Weg zum Wallfahrtsort nach Santiago de Compostela nannte der Papst die Familie aus Mann und Frau das „Grundelement der Gesellschaft“.

Damit kritisierte er Spaniens sozialdemokratischen Regierungschef José Zapatero, der unter anderem auch die Ehe für Lesben und Schwule geöffnet hat. Das hat, genauso wie eine Lockerung des Abtreibungsrechts, zwischen Spanien und dem Vatikan für Spannungen gesorgt. Noch auf dem Flug auf die iberische Halbinsel hatte der Heilige Vater den „starken und aggressiven“ Säkularismus in Spanien medienwirksam angeprangert.