Schwul-lesbischer Tourismus boomt bei Berliner Fachmesse

Heute beginnt in Berlin mit der 46. Internationalen Tourismus-Börse (ITB) eine der größten Messen für Reiseveranstalter. Besonders erfreulich: Reisen für Schwule und Lesben nehmen in der Branche einen immer höheren Stellenwert ein. Auch der Wien Tourismus wirbt in der deutschen Hauptstadt um schwullesbische Kunden.

Seit 2009 ist schwul-lesbischer Tourismus ein festes Segment auf der ITB. Damit ist es gleichbedeutend mit anderen Sparten wie Kulturtourismus oder Youth Travel. Bis dahin gab es nur Gemeinschaftsstände einzelner Aussteller, die die gleichgeschlechtliche Kundschaft umwarben. Und das Segment wächst: „Wir stellen fest, dass sich immer mehr Destinationen im Bereich LGBT Travel engagieren möchten und diesem Segment eigene Produkte und Angebote widmen. In Nordamerika, Europa oder Australien sind Reiseangebote für homosexuelle Reisende nicht mehr wegzudenken. Südamerika holt in dieser Hinsicht gerade auf und auch Länder wie Indien erkennen das große Potential dieser Zielgruppe für die Touristikindustrie“, so ITB-Direktor Martin Buck.

Dem entsprechend engagiert sich auch die österreichische Bundeshauptstadt in diesem Segment. So gibt es im „Pink Pavillion“ heuer ein klassisches Wiener Kaffeehaus. Doch die Konkurrenz ist groß: Brasilien ist zum ersten Mal mit einem eigenen Stand vertreten, Aussteller aus Griechenland, Mexiko und Portugal feiern dieses Mal Premiere.

Und auch große Reiseveranstalter springen auf den Zug auf. So hat Dertour heuer zum ersten Mal einen Katalog für die schwul-lesbische Zielgruppe präsentiert. Auf 92 Seiten werden rund 140 Hotels in 30 Ländern vorgestellt.

Die ITB Berlin endet am 11. März, am Wochenende ist die Fachmesse auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Insgesamt stellen rund 11.000 Unternehmen und Organisationen aus über 180 Ländern in den 26 Hallen unter dem Berliner Funkturm aus.