Professor zieht meistzitierte ‚Schwulenheilungs-Studie‘ zurück

Mehr als ein Jahrzehnt beriefen sich Homo-Heiler auf seine Studie – jetzt widerruft der Psychiater Robert Spitzer deren Ergebnisse.

Es war im Jahr 2001, als Spitzer, damals Professor an der renommierten Columbia-Universität, zu dem Schluss kam, dass Homosexualität unter bestimmten Umständen geheilt werden könne. Zwei Jahre später wurde die Studie sogar in den “Archives of Sexual Behavior” publiziert. Er hatte 200 Probanden befragt, die sich einer „Konversionstherapie“ unterzogen haben und an ihre „Heilung“ glaubten.

Für christlich-konservative Aktivisten war die Studie eine willkommene Bestätigung für ihre Ansichten. Seit Jahren beruft sich die „Ex-Gay“-Bewegung auf Spitzers Studie. Sie behaupten, dass Lesben und Schwule von der Vorliebe für das eigene Geschlecht „geheilt“ werden könnten, wenn sie sich nur „genügend anstrengen“.

Doch nun die Kehrwende: „Im Nachhinein betrachtet muss ich zugeben, dass meine Kritiker mehrheitlich recht hatten“, gibt der 80-jährige zu. Die damaligen Ergebnisse relativiert er: „Die Ergebnisse meiner Studie zeigen nur was diejenigen, die sich der Ex-Gay-Therapie unterzogen haben, darüber sagen, aber nicht mehr“. Im Gegenteil: Versuche, Homosexualität zu unterdrücken, können „viel Schaden“ anrichten. Deshalb werde er seine Studie zurückziehen, „damit ich mir nicht mehr darum Sorgen machen muss.“

Damit teilt auch er die Meinung aller maßgeblichen Psychologen: Die sexuelle Orientierung lässt nicht nicht verändern. Der Versuch, dies zu tun, führt aber oft zu Depressionen oder gar in den Selbstmord. Von der Liste der psychischen Krankheiten hat der US-Psychologenverband Homosexualität bereits 1973 gestrichen.