Katholische Kirche in Frankreich kritisiert Pläne zur Ehe-Öffnung

Am Dienstag hat die französische Regierung ihre Pläne zur völligen Gleichstellung homosexueller Paare bei Ehe und Adoption bekannt gegeben – nun gibt es Kritik von der römisch-katholischen Bischofskonferenz Frankreichs.

Nur weil Menschen glaubten, sie hätten ein Recht auf Kinder, dürfe man die Rechte der Kinder nicht vernachlässigen, sagte der Pariser Erzbischof, Kardinal André Vingt-Trois, der Tageszeitung „La Croix“. Gleichheit sei nicht das Gleiche wie Gleichwertigkeit, kritisiert der Kardinal die Pläne der sozialistischen Regierung. „Die angeblichen Rechte bestimmter Menschen löschen nicht die tatsächlichen Rechte anderer“, gibt sich Vingt-Trois konservativ.

Nächste Woche will sich der Kardinal mit Justizministerin Christiane Taubira treffen, um mit ihr über die Änderungen im Familienrecht zu sprechen. Die Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare war eines der Wahlversprechen des jetzigen Staatspräsidenten François Hollande. Er möchte es bis zum ersten Halbjahr 2013 einlösen.