Arsenal-Trainer Wenger: ‚Es gibt schwule Spieler, aber die Gesellschaft ist noch nicht soweit‘

Arsène Wenger, der seit 18 Jahren den englischen Erstligisten Arsenal trainiert, glaubt nicht, dass sich in der Premier League bald ein Fußballer outen wird.

„Vielleicht ist unsere Gesellschaft noch nicht entwickelt genug, um das in Erwägung zu ziehen. (…) Ich glaube, unsere Gesellschaft hat sich an dieser Front in den letzten 15 oder 20 Jahren weit bewegt, aber es gibt noch vieles zu verbessern“, sagte er im Fanmagazin von Arsenal.

Dabei sei es, so Wenger, „komplett unrealistisch“ dass es in der Premier League keine schwulen Spieler gebe. Doch solange sich kein aktiver Spieler oute, sei der Kampf gegen Homophobie schwieriger – weil es keinen konkreten Spieler betrifft.

Er selbst hätte kein Problem, einen schwulen Profi zu traineren, betont Wenger in dem Interview. „Wichtig ist, wie sich ein Spieler benimmt, wie sehr er Fußball liebt und wie stark er seine Mitspieler respektiert. Das ist das, worum es beim Fußball geht“, macht der 64-Jährige seine Position klar.

Dass sich der ehemalige deutsche Nationalspieler Thomas Hitzelsperger erst nach dem Ende seiner Karriere geoutet hat, ist für Arsène Wenger nachvollziehbar. „Er konnte sich nicht während seiner Karriere outen, was bedeutet, das wir noch immer Fortschritte in unserem Spiel erzielen müssen, denn er hätte nicht bis zum Ende warten müssen“, so der respektierte Arsenal-Trainer.