NEOS: Kein klares Ja zur Adoption durch schwule und lesbische Paare

Lesben und Schwule gleiche Rechte zu gewähren – das fällt den NEOS sichtlich schwer. So wollte die liberale Partei zunächst die Ehe nicht für gleichgeschlechtliche Paare einigen, sondern „nur“ der Eingetragenen Partnerschaft die gleichen Rechte zugestehen. Kaum hat man sich – nach der Nationalratswahl – darauf geeinigt, die Ehe doch für Lesben und Schwule geeinigt, droht den NEOS der nächste Zick-Zack-Kurs, wenn es um schwul-lesbische Themen geht.

Diesmal geht es um das Adoptionsrecht für schwule und lesbische Paare – und die Vorarlberger Landtagswahl. Die NEOS könnten der ÖVP im Ländle die absolute Mehrheit wegnehmen und den bisher größten Erfolg der noch jungen Partei einfahren. Doch dafür dürfen sie nicht zu progressiv erscheinen und der konservativen Landes-VP keine Angriffsfläche bieten.

Bei einer Pressekonferenz zum Thema „Familie modern verstehen“ versuchten die Vorarlberger NEOS, das Thema zu umschiffen – was ihnen nur bedingt gelang. Denn auf ihre Position zu einer Öffnung des Adoptionsrechts angesprochen, meinte Spitzenkandidatin Sabine Scheffknecht zwar, die NEOS stünden für gleiche Rechte und das gelte auch hier. Es solle sich aber jeder „seine persönliche Meinung bilden“ können. Die Listenzweite Martina Pointner beeilte sich hinzuzufügen, dass es sich hier um „keine zentrale Forderung“ der Vorarlberger NEOS handle.

Ein klares Bekenntnis zu einem Ende der Diskriminierung von Lesben und Schwulen im Adoptionsrecht, wie man es von einer liberalen Partei erwarten könnte, sieht anders aus. Aber vielleicht ändert sich das ja auch nach der nächsten Wahl.