UNO besorgt über Lage von Lesben, Schwulen und Transgender in der Türkei

Der Hochkommissar für Menschenrechte in den Vereinten Nationen (OHCHR) ist besorgt über die Lage von Lesben, Schwulen und Transgendern in der Türkei.

In seinem aktuellen Büro listet das Büro von Kommissar Zeid Ra’ad Al Hussein gleich mehrere Vorfälle auf, die in den letzten beiden Wochen in der Türkei passiert sind und Anlass zur Sorge sind. So hat eine islamistische Gruppe in der Hauptstadt Ankara Plakate aufgehängt, die zur Ermordung von Schwulen aufgerufen haben. Eine Gruppe junger Männer wurde in Istanbul Opfer einer homophoben Attacke.

Und schlussendlich wurde Kemal Ördek, ein Transgender-Menschenrechtsaktivist, in seiner eigenen Wohnung angegriffen, vergewaltigt und ausgeraubt. Dieses Verbrechen macht dem UNO-Hochkommissariat besondere Sorge. Denn die Polizeibeamten sollen „das Verbrechen verharmlost haben, diskriminierende Sprache verwendet haben, das Opfer abgehalten haben, sich dagegen zu beschweren, und haben es nicht von weiteren Bedrohungen geschützt“.

Dabei ist das Verhältnis zwischen dem Staat und der LGBT-Community in der Türkei nach dem überraschenden Verbot der 13. Istanbul Pride und den gewalttätigen Ausschreitungen danach bereits sehr angespannt. Zum ersten Mal in der Geschichte schritt die Exekutive mit Wasserwerfern, Tränengas und Gummigeschossen gegen die friedliche Versammlung ein. Die Veranstalter haben angekündigt, die verantwortlichen Politiker anzuzeigen.

OHCHR-Sprecher Rupert Colville hat hierzu eine klare Meinung: „Wir rufen die türkischen Behörden auf, Maßnahmen zu ergreifen, um gegen homophobe und transphobe Gewalt und Diskriminierung vorzugehen.“ Dazu gehöre auch die öffentliche Verurteilung von Gewalt und Hetze gegen Lesben, Schwulen und Transgender. Auch müssten diskriminierende Einstellungen in Polizei und Justiz beendet werden, so die Vereinten Nationen.