Kolumbien: Drei Männer schließen erste „Ehe zu dritt“

Der vierte Partner starb vor der Registrierung an Krebs

Manuel Bermúdez. Victor Prada und Alejandro Rodríguez
privat

In Kolumbien haben drei Männer offiziell die erste Dreierehe des Landes geschlossen. In der Stadt Medellin wurde der besondere Dreierbund fürs Leben gestern als „régimen patrimonial especial de trieja“ (Ehe zu dritt) notariell beglaubigt. Die standesamtliche Eheschließung erfolgt in Kolumbien normalerweise beim Notar.

Journalist, Schauspieler und Sportlehrer bilden die polyamurösen Vorreiter

Damit sind der Journalist, ehemalige Stadtrat und LGBTI-Aktivist Manuel Bermúdez. der Schauspieler Victor Prada und der Sportlehrer Alejandro Rodríguez nun offiziell verheiratet. Das Zertifikat posteten die Männer auf Twitter.

Welche rechtlichen Auswirkungen die Eheschließung hat, ist umstritten. Manuel, Victor und Alejandro wollen nun darum kämpfen, dass ihre Beziehung auch von anderen Behörden anerkannt wird und berufen sich dabei auf das Diskriminierungsverbot der Verfassung. Mit dieser Begründung hatte das Verfassungsgericht 2016 auch gegen starken Widerstand der Kirche die Ehe in Kolumbien geöffnet.

Dreierbeziehungen sind in Kolumbien keine Seltenheit

„Wir leben zusammen, teilen Haus, Bett, alles. Wir leben die Vielliebe“, sagte einer der Männer dem Radiosender Caracol. Dreierbeziehungen seien in Kolumbien keine Seltenheit, nun sei ein solcher Bund zum ersten Mal anerkannt worden, erklärte ein Sprecher des kolumbianischen LGBT-Verbands.

Bermúdez und Rodríguez sind schon seit vielen Jahren ein Paar, 2012 öffneten sie ihre Beziehung für zwei andere Männer. Der vierte Mann, Álex Esneider Zabala, starb jedoch vor der Hochzeit an Krebs. Bei der Feier des Dreierbundes wurde an ihn besonders erinnert.