Drei Verletzte bei homophobem Angriff

Eines der Opfer möchte aus Angst jetzt sogar die Stadt verlassen

Blaulicht
Symbolbild - Archiv

Einen schweren schwulenfeindlichen Angriff gab es in der englischen Stadt Blackpool. Dabei wurden zwei Burschen und ein Mädchen teils erheblich verletzt.

Es war am Samstagmorgen gegen halb sechs in der Früh: Die drei Freunde im Alter von 20 bis 24 Jahren waren gerade auf dem Weg nach Hause, als das Trio auf dem Heimweg von einer Gruppe Unbekannten zunächst schwulenfeindlich beschimpft wurde.

Die Angreifer wollten nicht reden, sondern schlugen gleich zu

Doch bei den Beschimpfungen blieb es nicht. „Sie gingen uns entgegen, ich versuchte mit ihnen zu reden und wurde zuerst auf den Mund und dann ins Gesicht geschlagen. Ich bin auf den Boden gefallen, und sie haben mir in die Rippen getreten und auf mir herumgetrampelt, so der 24 Jahre alte David Westworth.

Der 22-jährige Joe Clarke erinnert sich, das auch er von einem der Männer unvermittelt geschlagen wurde: „Ich wurde von dem Mann seitlich ins Gesicht geschlagen und bin dann bewusstlos auf den Boden gefallen“, erinnert sich der 22-Jährige gegenüber der Lokalzeiting Fleetwood Weekly News: „Meine Freunde haben mir gesagt, dass der Mann auf meinen Kopf getreten hat.“

Die Opfer haben auch seelische Wunden davongetragen

„Ich lag zusammengerollt auf der Straße und habe versucht, mit meinen Armen meinen Kopf und mein Gesicht zu schützen. Es war schrecklich. Als ich es geschafft habe, mich aufzusetzen, konnte ich sehen, wie Joe bewusstlos da lag und das Blut aus seinem Gesicht getropft ist“, ergänzt Westworth.

Und auch die 20-jährige Summer Tarrant berichtet, dass sie von den Männern geschlagen und gezwungen wurde, mitanzusehen, wie ihr Freund verprügelt wurde. Die drei Freunde hat der Überfall mitgenommen: Tarrant hat nun Angst, ihr Haus zu verlassen. Clarke schafft es nicht, in der Nähe des Tatortes zu sein: „Es tut wirklich weh. Ich möchte einfach nicht irgendwie in der Nähe von dem Ort sein, an dem es passiert ist.“

Er möchte nach dem Angriff aus Blackpool wegziehen. Für ihn bleiben zahlreiche Fragen offen: „Ich möchte einfach wissen, warum sie es getan haben. So etwas in der Richtung ist mir noch nie passiert. Ich fühle mich jetzt einfach so unsicher“, so Joe Clarke.

Er bekommt das Bild seines Freundes, der blutend und bewusstlos daliegt, nicht mehr aus dem Kopf

Und David Westworth fügt hinzu, dass er seitdem das Bild seines Kumpels, der bewusstlos auf der Straße liegt, „nicht mehr aus dem Kopf bekommt“: „Ich war mir nicht sicher, ob er es schafft.“ Außerhalb der Community fühlt sich der 24-Jährige nun unsicher: „Ich denke jetzt zweimal nach, bevor ich in Bars außerhalb der Schwulenszene von Blackpool gehe. Es ist eine Schande, weil ich dort tolle Abende gehabt habe und ich mich jetzt eingeschränkt fühle.“

Die Polizei bestätigt, dass Anzeige erstattet wurde und nach den Tätern gesucht werde. Dabei soll es sich um Mittzwanziger handelt. „Wir glauben, dass ist eine einzelne und nicht provozierte Attacke“, so ein Sprecher. Auch bestätigte die Polizei, dass die Opfer des Angriffs wegen mehrerer Verletzungen im Victoria Hospital von Blackpool behandeln haben lassen.