Homophober Pfarrer hatte „seltsame Aktivitäten“ mit Buben

Nun muss er sich wegen sexuellen Missbrauchs vor Gericht verantworten

Als Pastor der Nolensville Road Baptist Church in Nashville war Dennis Patterson auf dem Kriegsfuß mit der LGBT-Bewegung. Nun wurde er verhaftet, weil er zwanzig Jahre lang Buben sexuell belästigt haben soll. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Der Regenbogen ist „immer ein Zeichen der Versprechung Gottes und nie ein Symbol der Sünde“

Patterson war auf den ersten Blick ein Pastor wie viele: Es war für ihn eine Selbstverständlichkeit, dass er im Jahr 2003 gegen ein Anti-Diskriminierungsgesetz des Stadtrates demonstrierte, das sexuelle Minderheiten besser schützen sollte. Zwölf Jahre später twitterte er, der Regenbogen sei „immer ein Zeichen der Versprechung Gottes und nie ein Symbol der männlichen Sünde“.

Doch so ganz fühlte sich Patterson der kirchlichen Werteordnung offenbar nicht verpflichtet. Vollkommen überraschend trat der 45-Jährige Ende September 2014 als Pastor zurück. Offiziell wollte er zu seiner Familie nach Pittsburgh ziehen.

Zunächst trat der Pfarrer überraschend zurück – dann ermittelte die Polizei

Doch einige Tage später erzählten Gemeindemitglieder der Polizei von „seltsamen Aktivitäten“, die der Pastor mit Minderjährigen hatte. Demnach sollen Kinder den Kirchenmitglieder erzählt haben, dass Patterson sie aufgefordert habe, sich auf sein Gesicht und seinen Bauch zu setzen – manchmal auch in ihrer Unterwäsche.

Daraufhin haben bei der Polizei von Nashville die Experten der Abteilung gegen Kindesmissbrauch mit ihren Ermittlungen begonnen – mit der vollen Unterstützung der Kirchengemeinde, wie die Beamten betonen. Am 8. März wurde der Pastor schließlich vorläufig festgenommen, letzte Woche kam er gegen Zahlung einer Kaution von 100.000 Dollar frei.

Patterson erregte es offenbar, wenn sich Kinder auf sein Gesicht setzten

Den bisherigen Erkenntnissen der Polizei zufolge hat Patterson zwischen 1998 und 2017 mehrere Kinder sexuell belästigt – die meisten von ihnen Burschen. Über das Alter der Opfer machte die Polizei keine Angaben. Die Polizei konnte ihm acht Fälle von vorsätzlichem sexuellem Missbrauch nachweisen – jeden mit einem anderen Kind. In diesen Fällen wird nun Anklage gegen ihn erhoben.

Ob im Zuge der Ermittlungen noch weitere Fälle dazukommen könnten, wollte die Polizei nicht ausschließen. Die Kirchengemeinde betonte mittlerweile in einer Stellungnahme, dass sie sich von den „sündenvollen Taten“ ihres Ex-Pfarrers distanzierte. Diese würden „nicht die Kirche als Ganzes widerspiegeln“.