Homophobe Fan-Rufe bei der WM: FIFA verurteilt Argentinien

91.000 Euro Strafe wegen Fanausschreitungen beim, 0:3-Debakel gegen Kroatien

Fußball
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Wegen Ausschreitungen beim Match gegen Kroatien hat der Weltfußballverband FIFA den argentinischen Verband (AFA) mit einer Strafe von etwa 91.000 Euro bedacht. Fans der südamerikanischen Mannschaft hatten am Donnerstag in Nischni Nowgorod Gegenstände aufs Spielfeld geworfen und die Gegner mit homophoben Parolen beschimpft sowie beleidigt.

Zusätzlich wurde eine Verwarnung ausgesprochen. Die argentinischen Fans waren außerdem in gewalttätige Auseinandersetzungen verwickelt. Außerdem hat die Mannschaft gegen die Regeln der FIFA verstoßen, weil die Spieler nach dem 0:3-Debakel gegen Kroatien nicht für die Flash-Interviews nach dem Abpfiff zur Verfügung standen.

Auch der mexikanische Verband musste für die Homophobie seiner Fans zahlen

Es ist nicht das erste Mal, dass die FIFA einen lateinamerikanischen Fußballverband bei dieser Weltmeisterschaft verurteilt, weil seine Fans schwulenfeindliche Schlachtrufe skandieren: Der mexikanischen Fußballverband (FEMEXFUT) wurde zu einer Geldstrafe in der Höhe von umgerechnet 8.700 Euro verurteilt, weil die Fans beim Spiel gegen Deutschland den gegnerischen Torwart Manuel Neuer als „Schwuchtel“ und „Stricher“ beschimpften.

Homophobe Sprechchöre sind bei lateinamerikanischen Fußballfans weit verbreitet. Sie sind meistens vor einem Torabstoß zu hören. Bei der letzten Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien hatte die FIFA diese Rufe mexikanischer Fans allerdings nicht bestraft, weil sie im Fußball-Kontext als „nicht beleidigend“ zu werten seien.

Diese Auffassung hat sich mittlerweile geändert – wie auch die aktuellen Entscheidungen des Weltfußballverbandes zeigen. In den letzten Jahren wurdn in mehreren Fällen Geldstrafen oder andere Sanktionen aufgrund von „puto“-Rufen verhängt.