Home Politik Inland Regenbogenfamilie bei ÖBB-Werbung: FPÖ-Abgeordneter legt nach

Regenbogenfamilie bei ÖBB-Werbung: FPÖ-Abgeordneter legt nach

„Es gibt wohl kein Bild, das Linke mehr zum Durchdrehen bringt, als dieses“

Alkis Vlassakakis/Facebook; ÖBB

Erst letzte Woche hat das Facebook-Posting eines FPÖ-Stadtrats für Empörung gesorgt: Er hatte ein multiethnisches Männerpaar mit Kind, das für die ÖBB Vorteilscard Family Werbung macht als „Schwuchteln und Neger“ beschimpft. Und nachdem sich der Stadtrat entschuldigt hat, legt nun ein FPÖ-Landtagsabgeordneter nach.

FPÖ-Sicherheitssprecher teilt „Nachhilfestunde“, was eine Familie sein soll

Manfred Haidinger, für die FPÖ im Burgenländischen Landtag und dort Sicherheitssprecher seiner Partei, teilte auf seinem Facebook-Profil unkommentiert ein Sujet der rechten Facebook-Seite FMpolitics. Es zeigt einen grillenden Vater, eine heckenschneidende Mutter und zwei glückliche Kinder im Stil der Fifties – dazu der Text: „Nachhilfestunde: Liebe ÖBB. Das ist eine Familie.“

Screenshot: Facebook

Im Original-Untertitel heißt es unter anderem: „Es gibt wohl kein Bild, das Linke mehr zum durchdrehen (sic!) bringt, als dieses“ sowie „Und schlussendlich muss man sich dafür schämen, dass eine ÖBB unter FPÖ Führung linksradikale Werbungen schalten darf, deren einziger Zweck die ideologische Zerstörung der kleinsten Zelle einer gesunden Gesellschaft ist: der Familie.“ Ob Haidinger auch diese Meinung gegen seinen Parteikollegen teilt, ist nicht bekannt.

Die neue ÖBB-Werbung sorgt unter FPÖ-Funktionären schon länger für Unmut

Losgetreten hatte die Welle ein Linzer FPÖ-Gemeinderat, der das Bild mit dem sarkastischen Kommentar „Ist doch schön, oder?“ nicht-öffentlich auf Facebook gestellt hat. Dafür gab es von seinen 2.300 Freunden Kommentare wie „Krank“, „Echt jetzt?“ oder „Silberstein ist überall“, berichtet der Standard.

Der Amstettner Stadtrat, der für die FPÖ auch hochrangige Positionen in AK und GKK innehat, teilte daraufhin das Bild und kündigte an, seine ÖBB-Vorteilscard deswegen nicht mehr zu verlängern und nur mehr mit dem privaten Konkurrenten Westbahn zu fahren. „Das ist doch nicht normal! 2 vermeintliche Schwuchteln m Baby und davon noch ein Neger. Mir grausts…“, so der Politiker wörtlich. Mittlerweile hat er sich für seine Wortwahl entschuldigt.

Und auch der zuständige Infrastrukturminister Norbert Hofer stichelte gegen das Sujet der ÖBB. „Rein aus fachlicher Sicht (Ziel der ÖBB: möglichst viele Family Cards verkaufen) stellt sich die Frage, ob das betroffene Sujet einen großen Verkaufs-Turbo anwirft. Die Haupt-Zielgruppe sind wohl überwiegend Eltern mit Kind(ern), Oma/Opa mit Enkelkind(ern) sowie alleinerziehende Mütter/Väter mit Kind(ern). Die am heiß diskutierten Plakat abgebildete Situation ist in Österreich wohl eher im Promillebereich angesiedelt.“, heißt es aus seinem Büro.

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