20 Jahre nach dem Mord: Eine letzte Ruhestätte für Matthew Shepard

Zwanzig Jahre nach dem brutalen Mord an dem schwulen Studenten wird seine Asche in Washington beigesetzt

Matthew Shepard
© Gina van Hoof/SOFAM

Zwanzig Jahre nach seiner grausamen Ermordung sollen die sterblichen Überreste von Matthew Shepard am 26. Oktober in der Washington National Cathedral beigesetzt werden. Das teilten die Verantwortlichen der Kirche am Donnerstag mit. Der Tod des 21-jährigen Studenten gilt als Wendepunkt im Kampf gegen Hassverbrechen gegen sexuelle Minderheiten.

Shepard wurde verprügelt, ausgeraubt und zum Sterben an einen Zaun gebunden – weil er schwul war

Weil er schwul war, wurde Matthew Shepard 1998 im US-Bundesstaat Wyoming von zwei jungen Männer, die er zuvor in einer Bar getroffen hatte, entführt, verprügelt und ausgeraubt. Anschließend banden ihn seine Peiniger an den Zaun einer Farm, auf dem zwei Radfahrer den schwer verletzten Burschen 18 Stunden später entdeckten.

Der 21-Jährige war so schlimm zugerichtet, dass ihn die Radfahrer anfangs für eine Vogelscheuche hielten. Er muss bei der Tortur noch gelebt haben, weil seine Tränen teilweise das Blut auf seinem Gesicht weggeschwemmt hatten. Matthew Shepard starb sechs Tage nach dem Angriff im Krankenhaus, ohne wieder das Bewusstsein erlangt zu haben.

Das Leiden und der Tod des 21-Jährigen erschütterten damals die gesamten USA – zu einer Zeit, in der Homosexualität noch in 14 der 50 US-Bundesstaaten verboten war.

Der tragische Tod von Matthew Shepard wurde zum Wendepunkt im Kampf für härtere Gesetze gegen Hassverbrechen

Der Angriff auf Matthew Shepard wurde zum traurigen Symbol für homophobe Gewalt – und war auch einer der Gründe für ein Gesetz gegen Hassverbrechen an sexuellen Minderheiten, das erst 2009 beschlossen und nach Matthew Shepard benannt wurde. Durch das Gesetz können solche Straftaten juridisch schärfer verfolgt werden.

Seine Mutter Judy Shepard versucht seitdem, das Andenken ihres Sohnes zu würdigen und zu verhindern, dass es ähnlich schlimme Verbrechen gibt. Sie wurde zu einer der bekanntesten LGBT-Aktivistinnen des Landes. Mit der „Matthew Shepard Foundation“ setzt sie sich unter anderem gegen Gewalt und Diskriminierung in Schulen ein.

Bis jetzt hatte Matthew Shepard keine letzte Ruhestätte. Seine Eltern hatten Angst, dass das Grab durch Schwulenfeinde geschändet werden könnte. Auch bei der Trauerfeier für den 21-Jährigen hatte es damals homophobe Proteste durch die extremistische Westboro Baptist Church gegeben.