Todestrafe für Homosexualität: George Clooney ruft zum Boykott auf

Dem Sultan von Brunei gehören einige der teuersten Hotels der Welt

George Clooney
Michael Vlasaty - CC BY 2.0

Weil das Sultanat Brunei unter anderem auf homosexuelle Handlungen in wenigen Tagen die Todesstrafe einführen möchte, regt sich nun internationaler Widerstand gegen das Sultanat. An vorderster Front mit dabei ist US-Schauspieler George Clooney.

Jeder Besuch in einem der Hotels des Sultans von Brunei trägt für Clooney zur Ermordung Unschuldiger bei

In einem Gastbeitrag für das Filmportal Deadline.com ruft er zu einem Boykott jener neun Luxushotels auf, die der Brunei Investment Agency gehören – und damit dem Sultan von Brunei. Mit jedem Besuch dieser Hotels trage man dazu bei, die Ermordung unschuldiger Menschen zu finanzieren, mahnt Clooney.

Unter den Hotels in England, Frankreich, Italien und den USA ist auch das bei Hollywood-Stars beliebte Beverly Hills Hotel in Los Angeles. Und es ist nicht das erste Mal, dass Film-Promis zu einem Boykott des Hotels aufrufen: Bereits 2014, als die Todesstrafe für schwulen Sex zum ersten Mal eingeführt werden sollte, boykottierten US-Promis das Hotel.

Im Jahr 2014 zeigte ein Boykott zahlreicher Promis Wirkung

Damals wurden Veranstaltungen und Empfänge unter anderem im Hotel Bel-Air und im Beverly Hills Hotel in Los Angeles aus Protest abgesagt. Unter den Promis, die damals diesen erfolgreichen Protest initiierten, waren unter anderem Oprah Winfrey, Ellen DeGeneres, Virgin-Gründer Richard Branson oder Late-Night-Talker Jay Leno. Dem rund 2 Milliarden Euro schweren Unternehmen kostete der Boykott durch abgesagte Messen, Firmenfeiern und Buchungen Schätzungen zufolge rund 2 Millionen US-Dollar.

Das Sultanat Brunei plant am 3. April, ein neues Strafrecht einzuführen, dass auf der islamischen Scharia basiert. So sieht der „Sharia Penal Code“ (SPC)  für verheiratete Muslime, die Sex mit Männern haben, die Todesstrafe durch Steinigung vor. Unverheirateten Männer oder Nicht-Muslime drohen Haftstrafen und Peitschenhiebe. Sex zwischen Frauen wird künftig mit Geldstrafen, Haft bis zu zehn Jahren oder 40 Peitschenhieben bestraft.

Brunei will das neue Strafrecht offenbar heimlich einführen

Mit der schnellen und heimlichen Einführung will Brunei offenbar den internationalen Protesten vorbeugen, wie es sie schon 2014 gab. Deshalb wurde damals nur der erste Teil des SPC, der geringere Strafen vorsieht, für alle 415.000 Einwohner des Kleinstaats umgesetzt. Für die islamische Bevölkerung, die rund zwei Drittel der Bevölkerung in Brunei ausmacht, gilt die Scharia bereits seit 1984.

Auch jetzt ist gleichgeschlechtlicher Sex in Brunei illegal. Es drohen nach dem alten Gesetz der britischen Kolonialmacht dafür bis zu zehn Jahren Haft. Ob die Todesstrafe auf schwulen Sex auch ausgeführt werden würde, ist unklar. So weisen einige Aktivisten darauf hin, dass für eine Verurteilung nach der Scharia vier Zeugen nötig sind und Videoaufnahmen nicht zulässig seien, was eine Verurteilung unwahrscheinlicher macht. Einen einschüchternden Effekt auf die Betroffenen gibt es aber auf jeden Fall.