Iranisches Islam-Zentrum in Wien warnt in Video vor Homosexualität

Iranische Botschaft schweigt zu dem Skandal-Video, Islamische Glaubensgemeinschaft distanziert sich

IZIA-Video
IZIA/YouTube

Für Empörung sorgt derzeit ein homophobes Video eines islamischen Zentrums in Wien, das vom Iran finanziert wird. In dem 58 Sekunden langen YouTube-Clip, der sich vorrangig an Kinder richtet, heißt es unter anderem, Homosexualität sei falsch. Das berichtet die Tageszeitung Heute.

Mit bunten Zeichentrick-Grafiken warnt das schiitische Zentrum vor Homosexualität

Mit bunten Zeichentrick-Grafiken zeigt das Islamischen Zentrum Iman Ali (IZIA) seine Sicht der Welt: Die westliche Gesellschaft sei verkommen, das Kopftuch hingegen auch für kleine Mädchen sehr gut.

Gleichgeschlechtliche Ehen würden hingegen den Fortbestand der Menschheit gefährden, heißt es weiter in dem mittlerweile gelöschten Video: „Stellen Sie sich vor, wir haben drei Ehepaare. Auf der einen Seite einen Mann und eine Frau und auf der anderen Seite zwei Paare: Mann und Mann und Frau und Frau. Sich vermehren kann nur das Paar in der natürlich gegründeten Familie“, so das Video.

„Das würde bedeuten, dass ungefähr zwei Drittel der Gemeinschaft in der Zukunft nicht mehr existieren wird, weil es dort keinen Nachwuchs gibt“, so die Schlussfolgerung im Video. Die Lösung sei ein „Ändern der Situation des zweiten und dritten Paares“.

Die Moschee des Zentrums in Wien-Floridsdorf ist illegal, aber auf einem Grundstück des Iran

Das Islamische Zentrum Iman Ali war in der Vergangenheit schon öfter umstritten. So soll das Zentrum Heute-Recherchen zufolge auch an den antisemitischen Demos zum „Al-Quds-Tag“, an denen zuletzt auch in Wien kleine Kinder mit Spielzeugwaffen und in Uniform mitmarschierten, beteiligt sein.

Die Moschee des Zentrums in Wien-Florisdorf ist übrigens illegal: Sie liegt in einem Gewerbegebiet, wo religiöse Gebäude nicht erlaubt sind. Einschreiten können Behörden allerdings nicht – das Grundstück gehört der Islamischen Republik Iran.Als österreichische Vertretung der offiziellen iranischen Religionslehre steht das Zentrum auch mit der iranischen Botschaft ständig in engem Kontakt. Dort wollte man mehrere Presseanfragen zu dem YouTube-Video nicht beantworten.

Dafür hat sich mittlerweile die slamischen Glaubensgemeinschaft (IGGÖ), der das IZIA nicht angehört, zu Wort gemeldet. „Angehörige von Minderheiten, und dazu gehören bei uns in Österreich auch homosexuelle Menschen, haben ein Anrecht auf Schutz und Wahrung ihrer Würde. Die Basis für unser friedliches Zusammenleben ist und bleibt die Toleranz einander gegenüber“, betont Ümit Vural, der Präsident der Glaubensgemeinschaft. Man wolle mit den „schiitischen Geschwistern“ in dieser Causa das Gespräch suchen, so Vural weiter.