Erneut Vandalismus am Berliner Magnus-Hirschfeld-Ufer

„Dieser Hass ist unfassbar“, meint der LSVD Berlin-Brandenburg

Beschädigte Gedenktafeln
Jörg Steinert/LSVD-BB

Am Wochenende wurden in Berlin die beiden Gedenktafeln für die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung der Welt beschädigt. Der Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenbirg (LSVD-BB) hat deshalb Anzeige erstattet.

Den Portraits auf den Gedenktafeln wurden die Augen ausgekratzt

So haben Unbekannte den Bildern von Anita Augspurg, Karl Heinrich Ulrichs und Magnus Hirschfeld die Augen ausgekratzt, auf den Bildern von Ausgpurg und Hirschfeld wurden auch die Münder entstellt. Ähnliche Beschädigungen gab es bereits im Sommer 2017 als auch im Herbst 2018.

Jörg Steinert, Geschäftsführer des LSVD-BB, hat wegen dieses Vandalenaktes Anzeige gegen unbekannt erstattet. „Dieser Hass ist unfassbar“, kommentierte der Verband die Sachbeschädigung auf Facebook.

Die Chancen, die Täter zu finden, sind sehr gering

Die Chancen, die Täter zu finden, sind allerdings gering. Bis jetzt wurde noch niemand, der die Gedenktafeln am Magnus-Hirschfeld-Ufer verunstaltet hat, ausgeforscht und bestraft.

Ebenfalls an diesem Wochenende wurde das nur 20 Minuten Fußweg entfernte Mahnmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Berlin-Mitte beschädigt – bereits zum vierten Mal in weniger als drei Monaten. Auch hier gibt es keine Informationen über mögliche Täter oder einen Zusammenhang der Taten.

Da die beiden Gedenkstätten immer wieder zur Zielscheibe von Sachbeschädigungen durch Unbekannte werden, gibt es eine Debatte, ob es an diesen Orten eine Videoüberwachung geben sollte. Eine Mehrheit der Mitglieder des LSVD-BB sprach sich in einer Befragung für eine Videoüberwachung des Mahnmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen aus.