Homophobe Drohung: 24-Jähriger musste U-Bahn verlassen

Der Mann drohte mit einem Messer, wenn der junge Mann nicht aussteigen würde

Polizei Berlin
Symbolbild

Fast kein Tag vergeht derzeit ohne eine schlechte Nachricht aus Berlin: Am Samstagabend hat es im Bezirk Friedrichshain erneut eine schwulenfeindliche Straftat gegeben. Das meldet die Polizei der deutschen Hauptstadt.

Ein Unbekannter beleidigte den 24-Jährigen und forderte ihn auf, aus der U-Bahn zu steigen

Ein 24-Jähriger wollte gegen 19.30 Uhr an der U-Bahn-Station Frankfurter Allee in die U5 einsteigen. Doch ein Unbekannter forderte ihn mit homophoben Beleidigungen zum Aussteigen aus. Um seiner Forderung Ausdruck zu verleihen, soll er auch gedroht haben, ein Messer zu ziehen.

Der junge Mann verließ den Zug daraufhin wieder und erstattete daraufhin Anzeige bei der Polizei. Zu den Beteiligten gibt es keine weiteren Informationen. Die Ermittlungen hat, wie bei allen mutmaßlichen Hassverbrechen, der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin übernommen.

Im Gegensatz zu anderen Städten im deutschen Sprachraum macht die Berliner Polizei LGBT-feindliche Straftaten  gezielt öffentlich. Daher kann der Eindruck entstehen, dass Berlin für sexuelle und geschlechtliche Minderheiten gefährlicher sei als andere Städte.

Mehrere homophobe Vorfälle in den letzten Tagen

In den letzten Tagen hat es in Berlin eine Häufung von homophoben Taten gegeben:  In der Nacht zum Freitag hat ein Unbekannter in einem Lokal in der Eisenacher Straße im Regenbogenkiez auf einen 43-Jährigen Mann eingeschlagen.

Zwei Tage zuvor wurden zwei Männer auf der Kurfürstenstraße im Stadtteil Tiergarten von zwei Unbekannten beleidigt und mit Schlägen und Tritten attackiert, die Opfer mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Am Montag wurde ein lesbisches Paar von einer Gruppe Jugendlicher beleidigt und verfolgt, die mutmaßlichen Täter konnten in diesem Fall ausgeforscht werden.

Zahl der Straftaten gegen sexuelle Minderheiten ist in Berlin gestiegen

Die Berliner Polizei zählte im letzten Jahr 225 Straftaten gegen sexuelle Minderheiten, das sind 54 mehr als im Jahr zuvor. Davon konnten 47 Prozent aufgeklärt werden – ein Anstieg zu 2017, wo die Aufklärungsrate bei 42 Prozent lag.

Wer Opfer von Hasskriminalität wird, kann auf der Internetwache der Polizei Berlin online eine Anzeige aufgeben. Außerdem gibt es bei der Berliner Polizei zwei Ansprechpersonen für LSBTI. Sie sind unter der Telefonnummer +49/(0)30 /4664 979 444 erreichbar.

Beim schwulen Anti-Gewalt-Projekt Maneo können LGBTI-feindliche Straftaten aus Berlin über die Webseite oder das Überfalltelefon unter der Nummer +49/(0)30 /216 33 36 (täglich von 17 bis 19 Uhr) gemeldet werden.