Coronavirus: Hard On schließt vorübergehend, weitere Lokale könnten bald folgen

LMC Vienna folgt der Empfehlung der Bundesregierung, Sozialkontakte stark zu reduzieren

Hard On
Archiv

Das Hard On, Clublokal der LMC Vienna und das bekannteste Fetisch-Lokal der Stadt, schließt wegen des Coronavirus vorübergehend seine Pforten. Damit folgt es anderen Beispielen aus der Szene – größere Einschnitte für die gesamte Szene dürften aber heute im Laufe des Tages bekannt werden.

Nach langen Überlegungen und Diskussionen schließt das Hard On aus Sicherheitsgründen

„Nach reichlichen Überlegungen und wirklich langen Diskussionen im Vorstand haben wir uns heute entschieden, den Empfehlungen der Regierung und der ExpertInnen zu folgen und das Hard On vorübergehend einmal in Pause zu schicken“, heißt es in einer E-Mail, die an Freunde und Mitglieder ging.

Man hoffe, damit einen kleinen Beitrag zur Eindämmung des Virus zu leisten und freue sich, alle „in baldiger Zukunft gesund und munter wiederzusehen“, wie es in der Nachricht weiter heißt. Wie lange das Lokal geschlossen bleibt, steht noch nicht fest.

Auch das Why Not und das Gugg haben geschlossen – und das könnte erst der Anfang sein

In den vergangenen Tagen haben sowohl das Why Not als auch das Gugg, das Vereinslokal der HOSI Wien, bekanntgegeben, vorübergehend zu schließen. Auch zahlreiche Szene-Veranstaltungen wurden aufgrund der rechtlichen Vorgaben abgesagt.

Derzeit noch geöffnet haben nach Recherchen von GGG.at sämtliche Wiener Schwulensaunen und auch das Eagle – jeweils vorbehaltlich Änderungen der aktuellen Lage. Und die könnte sich schneller ergeben als gedacht: Das Ziel der Regierung, das soziale Leben „auf ein Minimum“ einzuschränken, könnte auch die Schließung von Lokalen beinhalten. Entsprechende Andeutungen gab es gestern, in einer Pressekonferenz heute sollen weitere Maßnahmen bekanntgegeben werden.

Hinweis: Mittlerweile gibt es weitere Maßnahmen – mehr Informationen dazu gibt es in diesem Artikel.

Derzeit keine Auswirkungen auf Vienna Pride und Regenbogenparade

Noch unklar ist, wie sich die Maßnahmen zur Bekämpfung des Corona-Virus auf Veranstaltungen auswirken werden, die in fernerer Zukunft liegen – zum Beispiel der Regenbogenparade oder der Vienna Pride: Man hoffe, dass die Verbreitung mit den aktuellen Maßnahmen in den nächsten vier bis acht Wochen gestoppt werden könne. „Bis dahin arbeiten wir weiterhin an der sicheren Umsetzung von Vienna Pride 2020“, übt sich die Stonewall-Geschäftsführerin in Zweckoptimismus.

Doch auch hier wird die Situation in den kommenden Wochen wohl neu bewertet werden müssen – wie auch in anderen Städten: „Wir beobachten die Lage weltweit sehr genau“, erklärt Ralph Ehrlich, Vorstandsmitglied des CSD Berlin. Dieser soll eigentlich am 25. Juli stattfinden, also mehr als ein Monat nach der Wiener Regenbogenparade. In Berlin diskutiert man derzeit über eine Verschiebung oder Absage der Veranstaltung.