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US-Obdachlosenheime dürfen keine trans Menschen mehr abweisen

Die Regierung von Präsident Joe Biden kassiert die nächste LGBTI-feindliche Regelung ihrer Vorgänger ein

Sujetbild: Transsexualität
Sujetbild - Adobe Stock

Die aktuelle US-Regierung unter US-Präsident Joe Biden kassiert eine weitere LGBTI-feindliche Regelung von Donald Trump ein: Ab sofort bekommen Obdachlosenunterkünfte, die trans Personen ausschließen, kein Geld mehr aus Washington. Die Trump-Regierung hatte letzten Sommer die Equal Access Rule von Barack Obama, die trans Menschen ein Obdach sichern sollte, zurückgezogen.

Trumps Staatssekretär nannte trans Frauen „große haarige Männer“

Ben Carson, Staatssekretär für Wohnungswesen und Stadtentwicklung (HUD) unter Donald Trump, erklärte, dass die Equal Access Rule „großen haarigen Männern“ – gemeint hatte er trans Frauen – erlaube, die Rechte von cis Frauen zu „behindern“. Sie würde trans Personen „zusätzliche Rechte“ bescheren. Cis Frauen würden sich nicht wohlfühlen, „in einer Unterkunft gemeinsam mit einer Person in einer Dusche zu sein, die eine ganz andere Anatomie hat“, so Carson.

Damit wolle man den „religiösen Überzeugungen der Betreiber besser entgegenkommen“, so das Staatssekretariat. Doch das Ende dieser von Obama aufgestellten Richtlinien wurde für viele trans Frauen zu einem großen Problem: Denn viele Unterkünfte für Obdachlose sind nach Geschlechtern getrennt – und nachdem die Unterkünfte und Frauenhäuser selbst entscheiden konnten, ob sie trans Frauen aufnehmen wollten, gab es für viele von ihnen keinen passenden Platz mehr.

Nun sichert die Biden-Regierung Wohnraum auch für trans Menschen

Nun wurde die Richtlinie von Carsons Nachfolgerin Marcia Fudge wieder in Kraft gesetzt. „Der Zugang zu sicherem, stabilem Wohnraum und Obdach ist eine grundlegende Notwendigkeit“, betont Fudge. Deshalb mache ich Staatssekretariat einen „entscheidenden Schritt“, um abzusichern, „dass niemandem aufgrund seiner Geschlechtsidentität der Zugang zu Wohnraum oder anderen kritischen Dienstleistungen verweigert wird“.

Wie Fudge vor einigen Tagen sagte, will sie auch andere Diskriminierungen sexueller Minderheiten im Mietrecht, die von der Trump-Regierung beschlossen wurden, verbieten. Auch sonst hat das Kabinett von Joe Biden in den ersten hundert Tagen seiner Amtszeit viel weitergebracht, wenn es um LGBTI-Gleichstellung geht: So dürfen trans Personen wieder in der Army dienen, mit Pete Buttigieg als Verkehrsminister und Rachel Levine als Staatssekretärin im Gesundheitsministerium sind auch zwei offen queere Personen an Schaltstellen der Macht.

Bei den US-Amerikanern kommt der Kurs an: Wie eine gemeinsame Umfrage der Washington Post und von ABC News ergibt, ist Biden bereits beliebter als sein Vorgänger: Demnach sind 52 Prozent der Befragten mit seiner Arbeit zufrieden, bei Trump waren es vor vier Jahren nur 42 Prozent. Allerdings ist dieser Wert im Vergleich mit anderen Amtsvorgänger noch immer ziemlich niedrig: George W. Bush erreichte in einer vergleichbaren Erhebung Zustimmungswerte von 63 Prozent, Barack Obama 69 Prozent.