Donnerstag, 18. Juli 2024
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LGBTI- und fremdenfeindlicher Übergriff in Berlin-Neukölln

Erneut meldet die Polizei in Berlin einen Fall von LGBTI-Feindlichkeit in der deutschen Hauptstadt - diesmal gepaart mit Fremdenfeindlichkeit. Die Verdächtigen meldeten sich von selbst bei der Polizei

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Der Vorfall ereignete sich den bisherigen Erkenntnissen zufolge am Montag gegen 19.25 Uhr in einem Einkaufszentrum in der Hermannstraße im Berliner Stadtteil Neukölln. Zwei Frauen, 20 und 22 Jahre alt, gerieten mit einer 30-Jährigen in Streit.

Ins Gesicht gespuckt, gegen die Beine getreten und LGBTI-feindlich beleidigt

Im Verlauf dieses Streits soll die 30-Jährige der 20-jährigen Frau ins Gesicht gespuckt, sie gegen die Beine getreten und anschließend LGBTI-feindlich beleidigt haben. Im Gegenzug beleidigte die 22-Jährige die 30 Jahre alte Frau fremdenfeindlich.

Im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung kam ein 29 Jahre alter Mann hinzu und schlug der 20-Jährigen mit der flachen Hand ins Gesicht. Anschließend entfernten sich die 30-Jährige und ihr Begleiter in unbekannte Richtung. Die 20-Jährige benötigte nach dem Schlag ins Gesicht keine ärztliche Behandlung.

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Die Verdächtigen gingen von selbst zur Polizei

Gegen 22.30 Uhr erschienen schließlich die 30-Jährige und ihr Begleiter schließlich in Begleitung von zwei Zeugen auf einer Polizeistation und machten Angaben zum Geschehen. Wie bei allen mutmaßlichen Hassverbrechen übernimmt der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin die Ermittlungen.

Die Berliner Polizei kommuniziert – anders als andere Behörden im deutschsprachigen Raum – Hassverbrechen gegen sexuelle Minderheiten sehr offen. So wurde am Sonntag ein schwules Paar beleidigt und angegriffen, am Mittwoch hatte ein Unbekannter einer trans Frau an einer Bushaltestelle am Bahnhof Zoo mit dem Fuß ins Gesicht getreten.

Für Hassverbrechen gegen sexuelle Minderheiten gibt es in Berlin eigene Ansprechpartner:innen

Angehörige sexueller Minderheiten, die Opfer von Hasskriminalität geworden sind, können in der deutschen Hauptstadt unter anderem auf der Internetwache der Polizei Berlin  online eine Anzeige aufgeben.

Bei der Berliner Polizei gibt es zudem zwei Ansprechpersonen für LGBTI . Damit soll Angehörigen sexueller Minderheiten, die oft aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen ein eher kritisches Verhältnis zur Polizei haben, das Erstatten einer Anzeige nach einem Übergriff erleichtert werden.