Mittwoch, 24. Juli 2024
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Vatikan weist Kritik an Segnung schwuler und lesbischer Paare zurück

Jede Menge Kritik muß Papst Franziskus dafür einstecken, dass die vatikanische Glaubensbehörde die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ermöglicht hat. Nun weist er die Kritik deutlich zurück.

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Am 18. Dezember hat das vatikanische Glaubensdikasterium, das Amt für Glaubenslehre, die Richtlinie „Fiducia supplicans“ veröffentlicht, die unter bestimmten Bedingungen die Segnung von „Paaren in irregulären Situationen und gleichgeschlechtlichen Paaren“ ermöglicht. Aus konservativen Kreisen kam laute Kritik.

Nun wird die vatikanische Glaubensbehörde genauer

Am Donnerstag hat der Vatikan deshalb eine weitere Erklärung veröffentlicht, um die Wogen zu glätten. Darin wird noch einmal betont, dass die Segnungen dieser Paare auf keinen Fall mit einem kirchlichen Segen bei einer Hochzeit zwischen Frau und Mann gleichzustellen seien. 

Außerdem will der Vatikan den Kirchen vor Ort einigen Spielraum lassen. „An einigen Orten steht einer sofortigen Anwendung nichts entgegen, während es an anderen notwendig erscheint, nichts zu erneuern und sich so viel Zeit wie nötig für die Lektüre und Auslegung der Erklärung zu nehmen“, so Kardinalpräfekt Victor Manuel Fernández, der Leiter der Behörde. Die Entscheidung liege beim Bischof vor Ort.

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Reaktion auf den Widerstand aus Osteuropa und Afrika

Das zeichnete sich bereits ab: So haben etwa die Bischofskonferenzen in Ungarn und Polen angekündigt, die neue Richtlinie nicht umsetzen zu wollen. Auch aus Afrika, wo Homosexualität zum Teil gesetzlich verboten ist, kam Kritik. Die Bischofskonferenzen von Uganda, Malawi, Nigeria, Südafrika und Sambia lehnen das Papier ebenfalls ab

Der als erzkonservativ geltende deutsche Kardinal Ludwig Müller bezeichnete die Richtlinie sogar als Blasphemie. Gegen solche Kritik wehrt sich das vatikanische Amt für Glaubenslehre. Die Erklärung biete „keinen Rahmen, um ihr gegenüber lehrmäßig auf Distanz zu gehen oder sie als häretisch, der kirchlichen Tradition zuwiderlaufend oder blasphemisch zu betrachten“, heißt es.

Mit solchen Segnungen sollten Verbindungen außerhalb der römisch-katholischen Ehe weder gebilligt noch gerechtfertigt werden, betonte der Vatikan weiter. Das betrifft neben schwulen und lesbischen Paaren auch Beziehungen, bei denen zumindest einer der Partner geschieden ist.

Die Segnungen sollen nur 15 Sekunden dauern

In der Erklärung wird auch der Unterschied zwischen Hochzeiten und solchen Segnungen noch einmal herausgearbeitet. So dürften diese nur außerhalb von Kirchen und nicht während Gottesdiensten stattfinden. Ein angemessener Zeitraum dafür wären „10 bis 15 Sekunden“.

Auch einen Textvorschlag für eine solche Segnung liefert das Glaubensamt gleich mit: „Herr, schau auf diese deine Kinder. Gib ihnen Gesundheit, Arbeit, Frieden und gegenseitige Hilfe. Befreie sie von allem, was deinem Evangelium widerspricht, und gib ihnen, dass sie nach deinem Willen leben. Amen.“