Erste 18 Schutzimpfungen gegen Affenpocken in Wien

"Ausführliche Aufklärungsgespräche" und wenig Impfstoff: Darum gehen die Affenpocken-Impfungen in Wien so langsam

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Die Stadt Wien hat gestern, Montag, wie angekündigt mit den Affenpocken-Vorsorgeimpfungen begonnen. Im Austria Center sind die ersten 18 von insgesamt 360 Personen geimpft worden. Mehr Impfstoff gibt es derzeit nicht – den Bedarf allerdings schon: Die Zahl der Vormerkungen ist auf 1.957 Personen gestiegen.

Zwei Drittel der vorgemerkten Personen gehören einer Risikogruppe an

Dass die Stadt Wien nur 18 Personen pro Tag impft, liegt daran, dass die „Impfungen mit besonders ausführlichen Aufklärungsgesprächen zum individuellen Risikoprofil einhergehen“, heißt es aus dem Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker von der SPÖ. Vier Wochen später gibt es dann – wie vom Hersteller empfohlen – die Zweitimpfungen.

Rund zwei Drittel der vorgemerkten Personen gaben an, einer Risikogruppe anzugehören. Dazu gehören auch Männer, die Sex mit mehreren anderen Männern haben.  Für sie werden neue Termine für vorbeugende Impfungen freigeschaltet, sobald neue Lieferungen des Impfstoffs in Österreich eingetroffen sind.

Neuer Impfstoff kommt nur langsam nach Österreich

Wien ist eines der letzten Bundesländer, das mit der Affenpocken-Impfung begonnen hat. In ganz Österreich stehen zur Zeit 4.500 Affenpocken-Impfdosen zur Verfügung, wovon aber nur ein Drittel als Schutzimpfung eingesetzt werden darf. Weiterer Impfstoff soll erst nächstes Jahr zur Verfügung stehen.

Affenpocken: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Den aktuellen Zahlen der AGES zufolge wurden bis jetzt in Österreich 300 Fälle von Affenpocken gemeldet. Davon gelten 95 Betroffene als genesen. Betroffen sind vor allem junge Männer, die sich bei sexuellen Aktivitäten angesteckt haben dürften.

In Österreich gab es bis jetzt keine lebensbedrohlichen Verläufe

Das betrifft vor allem Geburtsjahrgänge nach 1980, da diese nicht gegen die echten Pocken geimpft wurden. Diese Impfung bietet auch einen gewissen Schutz gegen Affenpocken. Sie war bis 1981 in Österreich verpflichtend.

Bis jetzt hat es in Österreich noch keinen lebensbedrohlichen Krankheitsfall im Zusammenhang mit Affenpocken gegeben. Nur wenige Erkrankte mussten im Krankenhaus versorgt werden. Weltweit wurden beim aktuellen Ausbruch etwa 53.000 Fälle aus 102 Ländern gemeldet.