Freitag, 14. Juni 2024
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AfD-Chefin verwechselt Queerbeauftragten mit seinem Bruder

Peinlicher Fauxpas für die Berliner AfD-Chefin: Sie empörte sich auf einer Pressekonferenz über den neuen Berliner Queerbeauftragten Alfonso Pantisano - und verwechselte ihn dabei mit seinem Bruder Luigi, der in Stuttgart Politik macht.

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Familienpolitik sieht die rechtspopulistische „Alternative für Deutschland“ (AfD) normalerweise als eine ihrer Stärken – trotzdem dürfte sie Probleme haben, zwei Geschwister auseinanderzuhalten.

Vom CDU-Stadtchef ist die AfD enttäuscht – weil er zu „woke“ sein soll

So zeigte sich die AfD hundert Tage nach der Wahl des CDU-Vorsitzenden Kai Wegner zum Regierenden Bürgermeister in einer Pressekonferenz von diesem „enttäuscht“. Unter anderem, weil er zu „woke“ sei, wie Kristin Brinker, Partei- und Fraktionsvorsitzende der Berliner AfD, am Mittwoch vor Journalist:innen lamentierte.

Als Beweis dafür nennt die AfD-Chefin die Einsetzung eines Queerbeauftragten – und auch an der Person selbst stört sie sich. Der Aktivist Alfonso Pantisano habe sich „seitdem in einem Antifa-Shirt gezeigt, so Brinker, und schon einmal Feministinnen Hündinnen genannt“, berichtet die Berliner Zeitung in der ersten Version ihres Artikels.

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Dass Pantisano im Jänner 2022 im Lauf einer Diskussion auf Twitter trans-feindliche Frauen als „Hündinnen“ bezeichnet hatte, ist kein neuer Vorwurf – und eine unzulässige Verkürzung. Pantisano erklärte bereits, dass sein ursprünglicher Gedanke zu lang für Twitter war – woraufhin er diese unpassende Formulierung verwendete. Als er seinen Fehler bemerkte, löschte er den Tweet sofort und entschuldigte sich seitdem mehrfach dafür.

Was steckt hinter dem „Antifa“-T-Shirt?

Doch was hat es mit dem „Antifa“-T-Shirt auf sich? Hier kursiert seit 1. August ein Screenshot auf Twitter, mit dem rechtskonservative Aktivist:innen Wegner dafür kritisieren „diesen Dude in ihren Senat“ geholt zu haben.

Auf dem Tweet ist tatsächlich Pantisano mit einem „Antifa“-T-Shirt zu sehen. Allerdings handelt es sich dabei nicht im Alfonso, den Berliner Queerbeauftragte, sondern seinen Bruder Luigi – seines Zeichens Stadtrat der Linken in Stuttgart und stellvertretender Landessprecher der Partei in Baden-Württemberg.

Der Vorwurf war sogar der Berliner Zeitung zu peinlich, der Betroffene nimmt’s mit Humor

In ihrem Versuch, den Queerbeauftragten anzupatzen haben rechtskonservative Twitteranten also entdeckt, dass ein Politiker der Linken, mit dem dieser verwandt ist, ein bekennender Antifaschist ist. Und die Berliner AfD-Chefin hat diesen Narrativ in einer Pressekonferenz übernommen.

Das war sogar der Berliner Zeitung, die in letzter Zeit durch teils absurde Angriffe auf Alfonso Pantisano aufgefallen ist, offenbar zu peinlich. Sie hat die entsprechende Passage still und leise in der Online-Version gelöscht. Der Betroffene selbst sieht’s mit Humor. Er kommentiert die Causa auf Facebook in bester Andi-Möller-Manier trocken mit: „Alfonso? Luigi? Hauptsache Spaghetti Bolognese…“