Robert Mugabe ist tot

Der homophobe Ex-Staatschef starb im Alter von 95 Jahren

Robert Mugabe
Jesse B. Awalt/US Navy

Robert Mugabe, der ehemalige Präsident von Simbabwe, ist tot. Er ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Entsprechende Meldungen hat sein Nachfolger als Staatschef, Emmerson Mnangagwa, mittlerweile bestätigt.

Der Gesundheitszustand des 95-Jährigen hatte sich in den letzten Monaten immer wieder verschlechtert

Mugabe starb in Singapur, wo er in den vergangenen Jahren immer wieder medizinisch behandelt wurde. Sein Gesundheitszustand hatte sich in den vergangenen Monaten zunehmend verschlechtert, bei seinen seltenen öffentlichen Auftritten wirkte er schwach. Er litt an einer Augenerkrankung, auch über Prostatakrebs wurde spekuliert.

Als Premierminister hat er nach der Unabhängigkeit 1980 Simbabwe zunächst zum Aufschwung verholfen, als Präsident herrschte er dann mit harter Hand und führte das Land wieder in den Niedergang. Im Jahr 2017 wurde er vom Militär abgesetzt – da war Mugabe der am längsten amtierende Regierungschef der Welt, unwillig zur Veränderung.

Als Präsident hetzte er immer wieder gegen Lesben und Schwule

Mugabe ist auch durch seine Hassbotschaften gegenüber sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten international immer wieder negativ aufgefallen. So hatte er unter anderem Lesben und Schwule mit „Hunden und Schweinen“ gleichgesetzt und drohte ihnen mit Enthauptung. Homosexualität sei für ihn eine „schmutzige Krankheit“, so Mugabe.

Im Jahr 2006 hatte er jenes Gesetz aus der Kolonialzeit verschärft, das homosexuelle Handlungen unter Männern verbietet: Seitdem war sogar Händchen halten in der Öffentlichkeit verboten, dafür drohten bis zu drei Jahre Haft. Homosexualität war für Mugabe „unafrikanisch“ und ein aus dem Westen importiertes Übel, das für die schnelle Ausbreitung von Aids in Afrika verantwortlich sei.

Mugabe ließ sein Volk lieber hungern, als Zugeständnisse bei LGBT-Rechten zu machen

Als Simbabwe im Jahr 2016 um Entwicklungshilfe ansuchen musste, weil die einstige Kornkammer Afrikas so heruntergewirtschaftet war, meinte Mugabe: „Wenn Entwicklungshilfe an die Bedingung geknüpft wird, dass wir gleichgeschlechtliche Ehen akzeptieren müssen, dann kann die Entwicklungshilfe da bleiben, wo sie ist. Das ist verrottete und schmuddelige Entwicklungshilfe, und wir wollen damit nichts zu tun haben.“ Besonders bizarr: Er sagte diesen Satz auf einer Feier anlässlich seines 92. Geburtstags, die umgerechnet 700.000 Euro kostete – alleine die Geburtstagstorte wog 92 Kilo, während sein Volk hungerte.

Über Grundrechte für sexuelle und geschlechtliche Minderheiten sagte Mugabe im Jahr 2015 vor der UNO: „Wir lehnen auch Versuche ab, uns ’neue Rechte‘ zu verschreiben, die unseren Werten, Normen, Traditionen und unserem Glauben widersprechen. Wir sind keine Schwulen! Kooperation und Respekt füreinander wird die Menschenrechte weltweit fördern, nicht Konfrontation, Verunglimpfung und Doppelmoral.“

Mugabe wollte Schwule „in einen Raum sperren und sehen, ob jemand schwanger wird“

Diesen brutalen Kurs gegen Lesben und Schwule setzte Mugabe in Simbabwe auch um: Er würde Schwule würde er gerne „in einen Raum sperren und sehen, ob jemand schwanger wird. Wenn nicht, dann sollten sie ins Gefängnis kommen, weil sie behauptet haben, sie können Kinder bekommen“, sagte er 2013. Ein Jahr zuvor wurde das Büro der einzigen schwul-lesbischen Gruppe des Landes, der „Gays and Lesbians of Zimbabwe“ (GALZ), geschlossen. Razzien und Verhaftungen standen an der Tagesordnung.

Auch nutzte Mugabe Homosexualität als Grund, um unliebsame Konkurrenten loszuwerden: Im Jahr 1996 ließ er seinen Vorgänger im Präsidentenamt, Canaan Banana, wegen angeblicher Homosexualität verhaften. 1998 wurde Banana schließlich in elf Fällen der Homosexualität, versuchter Homosexualität und Sexualverbrechen für schuldig befunden. Daraufhin floh er nach Südafrika, da er glaubte, Mugabe würde seine Ermordung planen.