Iranischer Geistlicher: „Corona-Impfung macht schwul“

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Wenn es um den Hass auf Homosexuelle geht, sind sich radikale Vertreter der einzelnen Weltreligionen erschreckend nahe: Nach dem ultraorthodoxen Rabbi Daniel Asor im Jänner behauptet nun auch der iranische Geistliche Abbas Tabrizian, die Impfung gegen den Corona-Virus mache schwul.

Warnung vor Corona-Geimpften auf Telegram

Wie die Jerusalem Post berichtet, hatte der Geistliche aus der Millionenstadt Ghom seine fast 210.000 Fans auf Telegram gewarnt: „Geht nicht in die Nähe derjenigen, die den Covid-Impfstoff erhalten haben. Aus ihnen sind Homosexuelle geworden.“

Der Geistliche gilt im Iran zwar als Exot, hat aber viele Anhänger. Er verteufelt Schulmedizin als „westlichen Kolonialismus“ und empfiehlt stattdessen eine „islamische Medizin“. Letztes Jahr soll er ein medizinisches Nachschlagewerk verbrannt haben – mit der Begründung, die „islamische Medizin“ mache solche Bücher „irrelevant“.

Gegen Corona hilft dem Geistlichen zufolge Veilchenöl am Anus

Er fiel auch in der Vergangeheit mit kruden Theorien zum Coronavirus auf: So erklärte er bereits im Sommer, dass das Virus nur von Frauen übertragen werden könne – darum müssten sie eine Maske tragen und sich Männer von ihnen fernhalten. Als Heilmittel gegen Corona empfahl er Veilchenöl, das vor dem Schlafengehen auf den Anus aufgetragen werden sollte.

Mit solchen Aussagen soll er auch das iranische Gesundheitsministerium verärgert haben – schließlich ist der Iran eines der am härtesten von der Coronakrise gebeutelte Land – mit offiziell rund 60.000 Toten, die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher sein.

Auch andere religiöse Extremisten verbinden Corona mit queeren Menschen

Tabrizian und Asor sind nicht die einzigen Geistlichen, die eine Verbindung zwischen der Corona-Pandemie und sexuellen Minderheiten herstellen: Metropolit Mark, der russisch-orthodoxe Erzbischof von Berlin, hat schon im letzten März behauptet, trans Menschen seien schuld an der Pandemie.

Auch der evangelikale US-Pastor Steven Andrew und der israelische Rabbi Meir Mazuz haben queeren Menschen die Schuld am Ausbruch des Coronavirus gegeben. Der schiitische Geistliche Muktada al-Sadr sieht die Öffnung der Ehe als Grund für den Ausbruch der Pandemie.