Donnerstag, 20. Juni 2024
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Kevin Spacey muss 31 Millionen Dollar Schadenersatz zahlen

Mit seinen sexuellen Übergriffen habe der Schauspieler den Vertrag gebrochen, so ein Schiedsgericht

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US-Schauspieler Kevin Spacey muss der Produktionsfirma des Netflix-Hits „House of Cards“ rund 31 Millionen Dollar Schadenersatz wegen Vertragsbruchs zahlen. Das berichten zahlreiche US-Medien, darunter The Hollywood Reporter. Grund: Die Vorwürfe der sexuellen Belästigung, die im Herbst 2017 gegen den 62-Jährigen öffentlich wurden.

Auch am Set von „House of Cards“ soll Spacey übergriffig geworden sein

Damit habe Spaceys gegen die Verhaltensrichtlinien verstoßen, die er vertraglich mit der Produktionsfirma Media Rights Capital (MRC) vereinbart hatte, urteilte ein Schiedsgericht. Im Zuge der #MeToo-Debatte wurden gravierende Vorwürfe von sexuellen Übergriffen und Belästigungen gegen den Schauspieler laut.

Auch Mitglieder der Crew von „House of Cards“ warfen dem 62-Jährigen sexuelle Belästigungen vor. So erzählte ein Produktionsassistent gegenüber CNN, Spacey habe ihm bei einer Autofahrt an die Hose gefasst und ihn später auch bedrängt. „Ich stand unter Schock“, so der ehemalige Mitarbeiter. Andere Crew-Mitglieder bestätigten dem Sender, dass ein derartiges Verhalten von Spacey an der Tagesordnung gewesen sei. 

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Mit seinem Verhalten ist Spacey für entgangene Einnahmen verantwortlich

Netflix trennte sich deshalb nach fünf Staffeln von Kevin Spacey. Nun stimmte ein Schiedsgericht in Los Angeles der Auffassung von MRC zu, dass Spacey durch sein Verhalten die Verantwortung für entgangene Einnahmen in Millionenhöhe trage und deshalb verpflichtet sei, Schadenersatz zu leisten.

Die Produktionsfirma hatte argumentiert, dass Spacey mit seinem Verhalten „wiederholt die vertraglichen Verpflichtungen gebrochen“ gebrochen habe. Spacey hat sich zu dem Rechtsstreit bis jetzt noch nicht öffentlich geäußert.

Anthony Rapp brachte das übergriffige Verhalten von Spacey erstmals an die Öffentlichkeit

Den tiefen Fall des Kevin Spacey brachte der offen schwule Schauspieler Anthony Rapp in Bewegung: Der „Star Trek“-Darsteller warf Spacey im Portal Buzzfeed vor, ihn im Jahr 1986 als 14-Jährigen bei einer Party in dessen New Yorker Wohnung missbraucht zu haben

In einer umstrittenen Stellungnahme entschuldigte sich Spacey und outete sich erstmals öffentlich als schwul – was zu harscher Kritik führte. Im Anschluss meldeten sich immer mehr junge Männer, die ebenfalls angaben, von dem Schauspieler sexuell missbraucht worden sein. Allein während seiner Zeit als künstlerischer Leiter des Old Vic Theatre in London soll er mindestens zwanzig Männer bedrängt haben.

Rechtskräftig verurteilt wurde Kevin Spacey deshalb bis jetzt noch nicht – viele Vorwürfe sind verjährt, mehrere Klagen wurden abgewiesen oder zurückgezogen. Der Schauspieler hat sich seitdem weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und soll eine Therapie gemacht haben.