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Öffnet Vietnam die Ehe für Lesben und Schwule?

Minister spricht sich für Homo-Ehe aus

Sujetbild: Händchenhalten - Quelle: Archiv

26.07.2012 | 10:34 | von Andreas Markus

Vietnam könnte das erste Land Asiens werden, das schwulen und lesbischen Paaren Rechte zugesteht. In einer Online-Debatte hat es Justizminister Ha Hung Cuong als „inakzeptabel“ bezeichnet, dass Lesben und Schwule in der Gesellschaft benachteiligt werden und möchte das ändern.

Es ist nicht der erste Schritt in Richtung Homo-Rechte: Das Justizministerium hat bereits im Juni eine Anhörung über Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften angekündigt. Das Thema soll außerdem Anfang 2013 in der Vietnamesischen Nationalversammlung diskutiert werden.

Nun gibt es auch Rückendeckung vom Führungskader des Landes - wenn auch nicht ganz offiziell. Ha ist auch Mitglied des Zentralkomitees der kommunistischen Einheitspartei. In der Debatte sprach er sich zum ersten Mal öffentlich dafür aus, die Rechte gleichgeschlechtlicher Paare im Gesetz zu verankern, zum Beispiel „in Fragen der Rechtspersönlichkeit, der Eigentumsverhältnisse sowie beim Leben mit Kindern“. Er betonte, dass es sich dabei um seine persönliche Meinung handle.

„Persönlich glaube ich, dass die Anerkennugn oder Nicht-Anerkennung der gleichgeschlechtlichen Ehe auf Basis von sehr grundlegenden Untersuchungen passieren sollte - welche Auswirkungen es auf soziale und rechtliche Aspekte hat, wie persönliche Freiheiten, die Vereinbarkeit mit kulturellen und sozialen Gewohnheiten Vietnamesischer Familien, Sensibilität und soziale Folgen eines solchen Gesetzes“.

Schwul-lesbische Szene in Vietnam im Umbruch

Für schwul-lesbische Aktivisten ist diese Äußerung dennoch ein „mutiger Schritt nach vorn“. „Er ist der erste Minister, der sich öffentlich zu diesem Thema äußert. Ich glaube, das ist wirklich positiv und es öffnet viele Türen“, lobt auch Le Quang Binh, Direktor des Instituts für Kulturgeschichte der Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt, den Justizminister.

Ins Laufen kam die Debatte über die Öffnung der Ehe in Vietnam im Mai dieses Jahres, als ein schwules Paar eine traditionelle Hochzeit abhalten wollte, dabei aber von den Behörden gestoppt wurde. Die vietnamesischen Medien berichteten ausführlich darüber, wodurch die Debatte gestartet war.

Wenn Vietnam die Ehe für Lesben und Schwule öffnet, wäre es nicht nur das erste Land Asiens, sondern auch das erste kommunistische Land, das dies tut.

Homosexualität ist in Vietnam nicht verboten, aber in der Gesellschaft noch oft verpönt. Trotzdem hat sich in den großen Städten eine kleine Szene etabliert. Haben staatliche Medien im Jahr 2002 Homosexualität noch als „soziales Übel“ bezeichnet, hat sich auch die offizielle Meinung in den letzten Jahren geändert.

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