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Italien: Hunderttausende bei 'Tag der Familie' gegen Homo-Ehe

Auch Regierungsmitglieder bei Demonstration dabei

Collosseum in Rom - Wikimedia

Collosseum in Rom - Wikimedia
01.02.2016 | 12:13 | von Chris Karnak

Vorletzten Samstag haben in Italien fast eine Million Aktivisten für eine Einführung der Eingetragenen Partnerschaft demonstriert - letzten Samstag waren nun die Gegner der Homo-Ehe dran. Unter deren Demonstranten waren auch mehrere italienische Regierungsmitglieder.

Hunderttausende haben sich in Rom zum „Family Day“ versammelt, der von konservativen, rechten und christlichen Gruppen und der römisch-katholischen Kirche beworben wurde. Bis zu 1.000 Busse sollen Besucher aus ganz Italien auf das Gelände des Circus Maximus in Rom gekarrt haben.

Die Veranstalter sprechen sogar von zwei Millionen Besuchern - das wird allerdings von Medien angezweifelt: So viele Besucher würden gar nicht auf das Gelände passen, so die Kritik. Auf Twitter verglich ein User die Bilder des „Family Day“ mit denen eines Rolling-Stones-Konzerts, das am gleichen Ort stattgefunden hatte. Sein Ergebnis: Es dürften „maximal mehrere hunderttausend Besucher“ auf dem Gelände gewesen sein. Offizielle Zahlen über die Teilnehmer gab es nicht.

Unter den Teilnehmern der Veranstalter waren auch mehrere Politiker - unter anderem auch von der Partito Democratio (PD) von Premierminister Matteo Renzi und deren Koalitionspartner: So sprach der christdemokratische Umweltminister Gian Luca Galletti sprach auf der Veranstaltung, Innenminister Angelino Alfano von der Nuovo Centrodestra (NCD) traf sich kurz vor dem Protest mit den Organisatoren und unterstützte die Inhalte der Demonstration über Twitter.

In Italien diskutiert der Senat gerade über ein Gesetz zur Einführung von Lebenspartnerschaften für schwule und lesbische Paare. Besonders die dort vorgesehene Stiefkindadoption bringt konservative Kräfte zum Kochen. „Adoption durch Homosexuelle ist ein Verbrechen“, stand auf einem der Transparente, genauso wie „Die Familie darf nicht verschrottet werden“ oder „Verteidigen wir unsere Kinder“.