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Nina Queer: Vom Rampenlicht hinter den Späti-Tresen

„Ehrliche Arbeit hat noch niemandem geschadet“

Nina Queer
privat

Sie ist eine der umstrittensten Figuren der Berliner Szene – nun hat die Corona-Krise auch Drag-Queen Nina Queer voll erwischt: Statt auf den Parties der Stadt aufzulegen, Kolumnen für große Zeitungen zu schreiben oder an ihrem Buch zu arbeiten, hilft sie nun zwei Mal die Woche in einem Berliner Späti aus, wie die Berliner Boulevardzeitung B.Z. berichtet.

Zweimal pro Woche verkauft Nina Queer Alkohol und Zigaretten

„Sonst verdiene ich 200 Euro die Stunde, jetzt bekomme ich 15 Euro. Aber zu Hause werde ich wahnsinnig, außerdem können mich im Späti meine Fans besuchen“, erklärt Nina Queer der Zeitung. Jeden Dienstag und Freitag steht sie zwischen 12 und 18 Uhr im Späti „Öni“ in der Dessauer Straße hinterm Tresen und verkauft Alkohol, Zigaretten und alles andere, was man im Lockdown so braucht.

Sie habe immer sparsam gelebt, doch nach über einem Jahr ohne Auftritte würden ihre Reserven langsam knapp, gibt Nina Queer offen zu – zumal Besserung derzeit nicht in Sicht ist: „Auch die ESC-Party ist schon wieder abgesagt, nicht mal die CSD-Party unter freiem Himmel ist sicher“, ärgert sich die Drag-DJane über die Zwangspause.

Es war ein hartes Jahr für die Berliner Drag Queen

Der Auftritt im Reserve-Dschungelcamp von RTL, der Gage und Aufmerksamkeit gebracht hätte, wurde abgesagt, nachdem Desirée Nick rassistische Äußerungen über Nina Queer in Erinnerung gebracht hat. So forderte sie 2017 nicht nur die sofortige Abschiebung schwulenfeindlicher Gewalttäter – sondern meinte auch nach Kritik in einem Interview: „Dann bin ich eben die erste Hitler-Transe“.

Schließlich wurde sie auch noch von ihrem Verlobten, sechs Jahre jüngeren Schauspieler Flamur Aljiji aus Albanien, verlassen – er sagt, weil er nicht wusste, dass sie ein Mann ist. Sie entgegnet, dass er sie mit zwei Frauen gleichzeitig betrogen hätte. Nun versucht Nina Queer, diese Rückschläge hinterm Tresen von „Öni“ zu verarbeiten. „Ehrliche Arbeit hat noch niemandem geschadet“, übt sie sich in Zweckoptimismus: „Außerdem habe ich in Berlin an einem Imbiss angefangen.“

Ihr Chef, Öner Bilgic, ist mit der Arbeit der berühmten Mitarbeiterin zufrieden. „Anfangs hat sie etwas viel auf dem Handy gespielt, da musste ich sie ermahnen. Aber sonst ist Nina fleißig, hat immer einen lockeren Spruch drauf. Die Kunden mögen sie!“, sagt er der B.Z. – und ihre Fans, die sie – coronakonform einzeln – besuchen wollen, werden wohl auch für etwas Extra-Umsatz sorgen…